Kurz mal an der Ampel eine Nachricht tippen? Schnell mal einen Blick auf Facebook, Instagram oder Whats-App werfen? Viele Autofahrer finden nichts dabei – auch wenn schon ein kurzer Augenblick einen Unfall verursachen kann.

Handy am Steuer

Ganz vorn in der Straßenverkehrsordung heißt es: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht.“ Allerdings gibt es im Alltag so einiges, dass vom Verkehr ablenken kann: Das Navigantionssystem, die Kinder auf dem Rücksitz oder auch das Handy am Steuer. Zwar gibt es bereits ein bestehendes Verbot. Doch hin und wieder ein Blick aufs Handy wird trotzdem riskiert. Die Politik möchte nun die Regeln schärfen und eine abschreckende Wirkung aufbauen. Der Bundesrat wird heute über eine Verordnung der Bundesregierung abstimmen.

Das Problem

Die Nutzung des Handys beim Fahren ist schon seit Jahren, wird allerdings nicht ernst genommen. „Der telefonierende Kraftfahrzeugführer mit dem Handy am Ohr und der Kurznachrichten eintippende Fahrer mit dem Mobiltelefon in der Hand gehören bedauerlicherweise zum täglichen Verkehrsgeschehen“, so die Bilanz des Bundesverkehrsministeriums. Vielen kommt der kurze Blick aufs Handy nicht einmal falsch vor. Dabei bedeutet der Sekundenblick auf das Gerät bei 50 km/h 14 Meter blinde Fahrt. Und auf diesen 14 Metern kann viel passieren.

Die Änderungen

„Ablenkung ist eines der größten Unfallrisiken, das vermeidbar ist“, sagt auch Minister Alexander Dobrindt (CSU). Das bisherige Verbot für Mobil- und Autotelefone soll erweitert werden. Die neue Regel wird somit alle Geräte zur ‚Kommunikation, Information oder Organisation‘ umfassen. Neben dem Handy also auch Tablets, Laptops und sonstige Kleincomputer. Das Annehmen von Anrufen per Taste oder Wischen übers Display bleibt weiterhin erlaubt. Dabei darf das Gerät allerdings nicht hoch genommen werden. Außerdem sind  Sprachsteuerung und ein ‚kurzer‘ Blick aufs Gerät.

Sanktionen werden verschärft

Die bisherige Strafe soll herauf gesetzt werden, um den Fahrern das Risiko bewusster zu machen. Statt bisher 60,- € sollen 100,- € Buße fällig werden. Obendrauf soll es einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei geben. Mit Sachbeschädigung drohen dem Fahrer bis zu 200,- €, 2 Punkte und einen Monat Fahrverbot. Durch die Verschärfungen sollen die Hemmungen erhöht werden. Auch für Fahrradfahrer wird das Handy in der Hand teurer: statt der bisherigen 25,- € sollen bald 55,- € anfallen.

Die Detailvorschriften

Wenn das Fahrzeug steht und der Motor aus ist, bzw. sich im Stau nichts mehr bewegt, darf man weiterhin nach dem Handy greifen. Diese Regelung gilt allerdings nicht, wenn sich der Motor an der Ampel automatisch kurz aus- und wieder abstellt. Länger auf einen kleinen Kamera-Monitor schauen ist erlaubt, wenn man mit Hilfe des Monitors zum Beispiel im Schritttempo einparkt. Videobrillen am Steuer sind generell tabu.

Die Wirkung härterer Sanktionen wird sich mit der Zeit beweisen müssen. Zudem werden verstärkt Kontrollen durchgeführt. Denn es werden bei Weitem nicht alle Smartphone-Sünder auf frischer Tat oder per Blitzer-Foto ertappt. So wird sich erst mi der Zeit zeigen, ob höhere Strafen die Nutzung von Smartphones hinterm Steuer verringern.

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